Das Traggerüst ist ausgebaut

Das Traggerüst ist ausgebaut

Heilbronn/Erlenbach. Das stählerne Korsett gehört jetzt der Vergangenheit an:  In einer minutiös vorbereiteten Aktion wurde am Wochenende, 30. November/2. Dezember, von der Bauarbeitsgemeinschaft (BauArge) bestehend aus Hochtief und Johann Bunte das Traggerüst an der Brücke über die A6 bei Erlenbach ausgehoben. Dafür musste zweimal die Autobahn in beiden Fahrtrichtungen komplett gesperrt werden – alles klappte wie am Schnürchen. Die alte Bestandsbrücke aus den 1960er Jahren war im Zuge des A6-Ausbaus durch den privaten Autobahnbetreiber ViA6West im August 2018 abgebrochen worden; seitdem rollte der Verkehr auf der Kreisstraße 2125 auf einer Ersatzkonstruktion aus Stahl.

Für den Ersatzneubau der Brücke war ein so genanntes Traggerüst erstellt worden. Dieses musste die Schalung und neben rund 110 Tonnen Bau- und Spannstahl auch die 2250 Tonnen Beton aushalten – so viel war für den Überbau der Brückenkonstruktion nötig. Bei der spektakulären Aktion wurden in der Nacht unter anderem 28 Stahlträger zentimetergenau mit einem Schwerlastkran demontiert werden. 

Auch nicht üblich: Die neue Brücke ist provisorisch um 1,50 Meter überhöht hergestellt – das war dem Traggerüst geschuldet. In den nächsten Wochen wird die gesamte Konstruktion mit Hydraulikstempeln – das sind eine Art überdimensionale Wagenheber – auf die Widerlager abgesenkt.  Währenddessen steht die Abdichtung des Bauwerks an, um ein Eindringen von Feuchtigkeit in den Brückenkörper zu verhindern. In der Regel passiert dies mit  einer Epoxidharz Versiegelung und dann zum Schluss mit Bitumenschweißbahnen. Parallel werden rechts und links die Kappen hergestellt. Brückenkappen haben unterschiedlichste Funktionen zu erfüllen: Neben dem Schutz der tragenden Brückenkonstruktion dienen sie der Verankerung passiver Schutzeinrichtungen (Leitplanken) sowie als Fahrrad- und/oder Fußgängerweg. Ist dies alles geschafft, kommt zum Schluss der Asphalt drauf und die Fahrbahn wird angepasst, das Bauwerk wird hinterfüllt und die Erde verdichtet.

Die genannten Arbeiten sind sehr witterungsabhängig: Wenn’s keinen strengen Winter mit tagelangem Frost geben sollte, kann mit der Fertigstellung der Brücke bis zum Frühsommer 2020 gerechnet werden. Bis dahin geht’s problemlos über die Ersatzbrücke direkt daneben.

 

 

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