Brückenhochzeit am Neckartalübergang

Brückenhochzeit zwischen Stahl- und Betonbrücke: Foto: ViA6West/Endres

Brückenhochzeit am Neckartalübergang

Neckarsulm. Der Lückenschluss klappte mit Bravour: Nach rund zehn Stunden und 1000 Tonnen Beton sind sie zusammen: Die 820 Meter lange Vorlandbrücke und die 511 Meter lange Stahlbrücke am Neckartalübergang. Der mit 1326 Metern längste Brückenzug in Baden-Württemberg hat damit Zuwachs erhalten. Im Rahmen des sechsstreifigen Ausbaus der Autobahn A6 wird bei Neckarsulm auch der Brückenzug der wichtigen Ost-West-Verbindung erneuert. Er überspannt das Neckarvorland, den Neckar, den Neckarkanal sowie die Bahnlinie Heilbronn-Würzburg. Seit dem Startschuss für die Baumaßnahme im Frühjahr 2017 haben alle Beteiligten auf diesen Termin zur „Brückenhochzeit“  entgegengefiebert und zweifellos tolle Gemeinschaftsleistung vollbracht.

Die Autobahn A6 zwischen Mannheim und Heilbronn (78 Kilometer) wurde zwischen 1964 und 1968 gebaut. Kosten:  585 Millionen D-Mark. Das sind auf heute hochgerechnet rund 1,2 Milliarden Euro. Vorteil des Bauvorhabens damals: Es konnte auf „der grünen Wiese“ gebaut werden – heute wird unter laufendem Betrieb gearbeitet. Das ist laut ViA6West-Pressesprecher Michael Endres „eine Operation am offenen Herzen“.  Der Neckartalübergang wurde in den Jahren 1965 – 1967 erbaut und 1968 dem Verkehr übergeben.  Hintergrund für den Neubau: Durch den enormen Anstieg der Verkehrsbelastung ist die Brücke massiv in Mitleidenschaft gezogen worden. Ursprünglich war die Strecke für maximal 60.000 Fahrzeuge pro Tag (24 Stunden) ausgelegt; heute sind es in Spitzenzeiten (Ferienverkehr) bis zu 115.000 Fahrzeuge. Als mittlerweile wichtigste Ost-West-Verbindung Prag – Paris passieren täglich bis zu 30.000 Lastwagen den Brückenzug. Das ergibt hintereinander aufgestellt 600 Kilometer Lkw pro Tag.

Zur Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn rollt der Verkehr auf dem neuen Bauwerk provisorisch sechsspurig. Im Sommer 2019 erfolgt dann der Abbruch des Bestandsbauwerks und im Anschluss daran die Erstellung des zweiten, südlichen Teils des Neckartalübergangs. Ab 2022 stehen in Fahrtrichtung Mannheim und in Fahrtrichtung Nürnberg jeweils drei Spuren plus Standstreifen zur Verfügung.  Der Neckartalübergang besteht aus zwei Teilen – Beton- und Stahlbrücke.  Die Stahlbrücke ist 510 Meter lang und wiegt allein rund 6000 Tonnen.  Die Betonbrücke ist 820 Meter lang; sie wurde in einem Spezialverfahren mit einer Vorschubschalung (eine mobile Betonschalung) hergestellt. Die Brücke wurde in 22 Abschnitten betoniert, das dauerte jeweils zwischen acht und elf Tagen.

Zum Vergleich: Für die bestehende Betonbrücke benötigte man vor über 50 Jahren deutlich mehr Zeit: Für 45 Meter waren es drei Monate.

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