Jetzt rollt der Verkehr über die Brücke

Eingerahmt von den Heilbronner Käthchen haben mit dem feierlichen Durchschneiden des Bandes die symbolische Teileröffnung des Neckartalübergangs vollzogen: (Im Bild von links): Ralf Hafner (Geschäftsführer Johann Bunte Bauunternehmung GmbH & Co. KG), Ministerialdirigent Andreas Hollatz (Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg), Alexander Hofmann (Geschäftsführer HOCHTIEF PPP Transport Westeuropa GmbH), Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), Wolfgang Reimer, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Stuttgart, Peter Coenen (Geschäftsführer HOCHTIEF PPP Solutions GmbH) und Carl Jobst von Hörsten (Partner DiF). Foto: Schroll

Jetzt rollt der Verkehr über die Brücke

Heilbronn/Neckarsulm. Das bislang größte ÖPP-Straßenbauprojekt in Baden-Württemberg hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Die Teileröffnung des Neckartalübergangs bei Heilbronn.   An der Feier am zurückliegenden 28. März 2019 nahm für den Bund der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), Steffen Bilger teil. Baden-Württemberg repräsentierten Regierungspräsident Wolfgang Reimer und Andreas Hollatz, Ministerialdirigent im Verkehrsministerium Baden- Württemberg. „Ein weiterer, bedeutender Schritt beim Ausbau unserer Bundesfernstraßen und ein wichtiger Meilenstein für dieses Projekt werden gefeiert“, betonte Steffen Bilger MdB. „Die A 6 hat eine entscheidende Bedeutung für einen leistungsfähigen Verkehr  und ist eine wichtige Ost-West-Verbindung über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus. Die Freigabe, rechtzeitig vor Beginn der Bundesgartenschau in Heilbronn (17. April bis 6. Oktober), ist daher besonders erfreulich“, sagte Bilger weiter.

Regierungspräsident Wolfgang Reimer lobte auch die Zusammenarbeit der Projektbeteiligten und ergänzte: „Rund 26 Kilometer Ausbaustrecke und 36 neu zu bauende Brücken stellen höchste Anforderungen an die Kunst der Straßen- und Brückenbauer.“ Ministerialdirigent Andreas Hollatz führte aus: „Mit der Freigabe des Neckartalübergangs mit nun sechs durchgängigen Baustellen-Fahrstreifen kann – trotz noch bestehender Baustelle – bereits heute ein Großteil des verdrängten Verkehrs aus dem nachgeordneten Netz wieder zurück auf die Autobahn geholt werden.“

Alexander Hofmann, Geschäftsführer HOCHTIEF PPP Transport Westeuropa GmbH, erklärte als Vertreter der Projektgesellschaft ViA6West, die für das Projekt verantwortlich ist: „Vor weniger als zwei Jahren standen wir an nahezu gleicher Stelle und haben im Rahmen des ÖPP-Projektes A 6 den Bau der nördlichen neuen sechsstreifigen Autobahnbrücke angekündigt, die bis zum Start der Bundesgarten- schau den Bürgerinnen und Bürgern die Anfahrt erleichtern soll. Heute stehen wir hier zu Recht mit Stolz und geben diese Brücke fristgerecht frei.“

Der Neckartalübergang aus dem Jahr 1967 besteht bislang aus vier aufeinanderfolgenden einzelnen Brücken mit einer Gesamtfläche von rund 40.000 qm. Im Jahr 1996 wurden die Brücken durch Ummarkierung provisorisch auf sechs Fahrstreifen erweitert. Im Oktober 2013 mussten die Fahrstreifen wieder auf vier reduziert werden, da im Bereich der Brücken erhebliche bauart- und altersbedingte Schäden festgestellt worden sind. Da eine Ertüchtigung auf das heute vorgeschriebene Niveau weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll war, wurde eine Erneuerung des gesamten Brückenzuges notwendig. Aus vier, werden jetzt zwei Einzelbrücken je Fahrtrichtung – die „Vorlandbrücke“ in Spannbetonbauweise über dem Neckartalvorland und die „Neckarbrücke“ als Stahlverbundkonstruktion über den Neckar. Sie haben eine Länge von gut 1,3 Kilometern und eine Gesamtfläche von 56.000 qm. Nach der Verkehrsumlegung auf den nördlichen Überbau beginnen die Rückbauarbeiten am alten Neckartalübergang. Nach aktuellem Stand sollen diese bis September 2019 abgeschlossen sein und der Neubau des südlichen Überbaus in Endlage kann beginnen. Dies dauert bis Herbst 2021. Der Verkehr in provisorischer sechs- streifiger Verkehrsführung vom nördlichen Überbau wird auf den südlichen Überbau umgelegt werden. Anschließend kann der Querverschub des nördlichen Überbaus von der provisorischen Lage um gut  21 Meter in die endgültige Lage der Fahrtrichtung Mannheim starten. Hierbei wird der 1,3 km lange nördliche Überbau mittels Pressen und Verschubbahnen auf den Pfeilerscheiben in die endgültige Lage an den südlichen Überbau herangeschoben. Damit ist der neue Neckartalübergang bis  Mitte 2022 endgültig fertig gestellt und der Verkehr kann in beiden Fahrtrichtungen frei fließen.

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